Der ultimative Leitfaden für KI-generierte Deepfakes

Alles in Händen

Künstliche Intelligenz (KI) ist überall ein Thema – im Klassenzimmer, in der Vorstandsetage, in den Abendnachrichten und sogar am Esstisch. Bei so viel Aufmerksamkeit könnte man meinen, es handele sich um eine völlig neue Technologie. Dabei gibt es KI in verschiedenen Formen schon seit Jahrzehnten. Der Unterschied ist jedoch, dass die Technologie nun für fast jeden zugänglich ist. Künstliche Intelligenz kann uns dabei helfen, bessere E-Mails zu schreiben, unsere Kreativität anzukurbeln, unsere Produktivität zu steigern, und uns sogar bei der Erstellung von Memes unterstützen. Nur weil etwas mit KI generiert wurde, bedeutet das nicht automatisch, dass es schädlich ist.
Als Deepfakes werden KI-generierte Medieninhalte bezeichnet, die das Aussehen oder die Stimme einer Person imitieren – und mitunter eine völlig fiktive Person abbilden.

Sie können für legitime Zwecke eingesetzt werden, z. B. können Sie damit Podcasts mit Ihrer eigenen Stimme erstellen oder Videos drehen, die Geschichte lebendig machen.
Doch was passiert, wenn KI-Tools in die falschen Hände geraten? Dann werden Deepfakes gefährlich, denn mit ihnen lassen sich Menschen leicht manipulieren, sodass sie Falschinformationen glauben.

Dieser Leitfaden richtet sich an alle, die einen Überblick über Deepfake-KI-Landschaft erhalten wollen und wissen möchten, wie sie sich selbst und Ihre Bekannten und Verwandten vor Betrug schützen können.

Was ist ein Deepfake?

Im Zeitalter sozialer Medien und viraler Videos wird es immer schwieriger, dem, was wir online sehen, zu vertrauen. Hier kommen Deepfakes ins Spiel: Video- oder Bilddateien, die unglaublich echt aussehen, aber in Wirklichkeit geschickt mit KI manipuliert wurden.

Stellen Sie sich vor, Ihr Lieblingspromi spielt in einem Film mit, den er nie gedreht hat, oder ein Politiker hält eine Rede, die er nie gehalten hat. Das ist die Macht der Deepfakes. Deepfakes werden auf der Grundlage vorhandener Videos oder Fotos erstellt. Die KI tauscht Gesichter aus, verändert Stimmen oder bringt Menschen dazu, Dinge zu sagen oder zu tun, die sie tatsächlich nie gesagt oder getan haben.
Während einige Deepfakes ein harmloser Spaß sind (z. B. alberne Videos mit sprechenden Katzen), haben andere eine dunklere Seite. Sie können genutzt werden, um Falschinformationen zu verbreiten, Wahlen zu manipulieren oder auch den Ruf einer Person zu ruinieren. Umso wichtiger ist es, Medien kritisch zu konsumieren und noch einmal genau hinzusehen, bevor Sie etwas teilen, das zu gut erscheint, um wahr zu sein.
Generative KI-Tools wie ChatGPT, Google Gemini oder Sora zeigen, wie künstliche Intelligenz Texte, Kunstwerke und Videos erstellen und sogar die menschliche Sprache imitieren kann. Doch so weit die Technologie auch sein mag: Von einer Klärung der ethischen Fragen im Zusammenhang mit dem angemessenen Einsatz von Deepfake-KI sind wir noch weit entfernt.

Hier sind einige Beispiele für schädliche Deepfakes und ihre Auswirkungen:

  • Ein Deepfake-Video eines Prominenten, das ein Produkt bewirbt, ohne dass der Prominente davon weiß, kann Sie dazu verleiten, das Produkt zu kaufen oder finanziell zu unterstützen, sodass Sie dadurch Ihr Geld verlieren.
  • Ein Audio-Deepfake, in dem die Rede eines Politikers verändert wurde, kann dazu führen, dass Sie plötzlich eine andere Meinung über diesen Politiker haben.
  • Irreführende Videoclips können leicht viral gehen und Falschinformationen verbreiten – auch wenn der Inhalt gar nicht echt ist.
  • KI-Stimmensimulationen erfreuen sich in den sozialen Medien großer Beliebtheit. Sie sind oft die Pointe von Witzen, die auf Kosten von Prominenten, Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens gemacht werden.
  • Bei Betrugsversuchen mit KI-Stimmen werden Anrufe oder Audionachrichten genutzt, um die Opfer mit den geklonten Stimmen ihrer Angehörigen zu kontaktieren. Dabei geben die Betrüger in der Regel vor, dringend finanzielle Hilfe zu benötigen, um sich aus einer Notlage zu befreien.

Um diese Betrugsmaschen abwehren zu können, müssen Sie verstehen, wie sie funktionieren. Wenn Sie sich über dieses Thema auf dem Laufenden halten, können Sie gefälschte Medieninhalte leichter erkennen und das Risiko verringern, getäuscht zu werden.

Wie funktionieren Deepfakes?

Mit Deepfake, einem Kofferwort aus “Deep Learning” und dem englischen Wort “fake” (Fälschung), werden realistisch wirkende Medieninhalte bezeichnet, bei denen eine Person in einem bestehenden Bild oder Video durch das Abbild einer anderen Person ersetzt wird. Diese Technologie nutzt leistungsstarke künstliche Intelligenz und Machine Learning (maschinelles Lernen), um Videoinhalte so zu erstellen oder zu verändern, dass sie etwas darstellen, das in Wirklichkeit nicht passiert ist. Nachfolgend erfahren Sie, wie Deepfakes erstellt werden und welche Technologie dahinter steckt.

  1. Datenerfassung
    Der erste Schritt bei der Erstellung eines Deepfakes besteht darin, genügend Bild- und Audiodaten der Person zu sammeln, die imitiert werden soll. Dazu werden in der Regel zahlreiche Bilder und Videos mit unterschiedlichen Blickwinkeln, Lichtverhältnissen und Gesichtsausdrücken gesammelt. Diese Daten helfen beim Training der KI-Modelle, damit sie die Nuancen der Gesichts- und Stimmmerkmale der Zielperson verstehen und replizieren können.
  2. Machine Learning-Modelle
    Das Herzstück der Deepfake-Technologie sind Machine Learning-Modelle, die als Autoencoder und Generative Adversarial Networks (GANs) bekannt sind. Ein Autoencoder lernt, Daten in eine kleinere Darstellung zu komprimieren und sie dann wieder in ihre ursprüngliche Form zu dekomprimieren. Bei Deepfakes hilft diese Technologie beim Austausch von Gesichtern, indem hochdimensionale Daten (wie Bilder) in niedrigdimensionalen Code reduziert werden, der dann verändert und wieder zu einem Bild erweitert werden kann.
    GANs bestehen aus zwei Teilen: einem Generator und einem Diskriminator. Der Generator erstellt Bilder, während der Diskriminator sie auswertet. Mit der Zeit lernt der Generator, immer genauere Fälschungen zu erstellen, und der Diskriminator wird immer besser darin, die Fälschungen zu erkennen. Dieser Prozess verbessert die Qualität der generierten Ergebnisse und macht die Deepfakes realistischer.
  3. Training des Modells
    Die gesammelten Daten werden zum Trainieren der KI-Modelle verwendet. Bei diesem Prozess werden die Parameter der neuronalen Netzwerke so lange angepasst, bis sie die Gesichts- und Stimmmerkmale der Zielperson überzeugend nachbilden können. Das Training eines Deepfake-Modells erfordert erhebliche Rechenleistung und kann je nach Datenkomplexität und gewünschter Ergebnisqualität Tage oder sogar Wochen dauern.
  4. Video-Erstellung
    Sobald das Modell ausreichend trainiert ist, kann es zur Erstellung des Deepfake-Videos verwendet werden. Dabei wird das Modell mit Daten in Form von Videos oder Bildern gefüttert, in denen das Gesicht oder die Stimme einer Person ersetzt werden soll. Die KI verarbeitet dann die Eingaben und fügt die gelernten Merkmale des Gesichts oder der Stimme der anderen Person in das Video ein, sodass eine echt aussehende Fälschung entsteht.
  5. Optimierung
    Die ersten Ausgaben können noch Mängel wie unnatürliches Blinzeln, schlechte Lippensynchronisation oder unruhige Gesichtsbewegungen aufweisen. Mit zusätzlicher Nachbearbeitung und Optimierung in Videobearbeitungstools lassen sich diese Fehler korrigieren, um das endgültige Video glaubwürdiger zu machen.

Häufige Anwendungsfälle von Deepfakes

Deepfakes werden zunehmend in verschiedenen Bereichen eingesetzt – sowohl für nützliche als auch für böswillige Zwecke. Im Unterhaltungsbereich werden damit realistische Spezialeffekte erzeugt, im Bildungsbereich werden ansprechende Inhalte generiert und Cyberkriminelle nutzen sie für Betrug und zur Verbreitung von Falschinformationen, was nicht nur schwerwiegende ethische Fragen, sondern auch Sicherheitsprobleme aufwirft. In folgenden Bereichen werden Deepfakes derzeit am häufigsten und eindrucksvollsten eingesetzt.

  1. Unterhaltung und Medien
    In der Welt der Unterhaltung werden mit Deepfakes beeindruckende Effekte erzielt. Filmemacher und Videoproduzenten verwenden die Deepfake-Technologie, um Schauspieler jünger aussehen zu lassen, verstorbene Schauspieler wieder aufleben zu lassen oder die visuellen Effekte in Filmen und Fernsehsendungen zu verbessern. Die Technologie bietet kreative Flexibilität und ermöglicht es Geschichtenerzählern, über die Grenzen herkömmlicher Filmproduktionen hinauszugehen.
  2. Personalisierung von Inhalten
    Im Bereich Marketing und Werbung werden Deepfakes zur Personalisierung von Inhalten eingesetzt. So kann beispielsweise in einem Werbespot eine Deepfake-Version eines Prominenten in unterschiedlichen Sprachen gezeigt werden, sodass der Inhalt verschiedene Zielgruppen erreicht. In ähnlicher Weise können personalisierte Videobotschaften mit Deepfakes einzigartige Kundenerlebnisse schaffen, die die Bindung und Kundentreue erhöhen können.
  3. Bildung und Ausbildung
    Im Bildungsbereich können mit Deepfakes interaktive Lernerfahrungen geschaffen werden. Stellen Sie sich historische Persönlichkeiten vor, die zum Leben erweckt werden und Vorträge über ihr Leben und ihre Zeit halten, oder Wissenschaftler, die komplexe Theorien persönlich erklären. Dies kann das Lernen attraktiver und interessanter machen, wovon vor allem visuell veranlagte Menschen profitieren.
  4. Kunst und Gesellschaftskritik
    Mit Deepfakes produzieren Künstler und Aktivisten Kunst und Kommentare zu gesellschaftlichen Themen, die zum Nachdenken anregen sollen. Durch die Veränderung oder Neuinterpretation von Ereignissen können Deepfakes die Wahrnehmung des Betrachters in Frage stellen und zu Diskussionen über Realität, Technologie und Ethik anregen. Häufig geht es bei diesen Projekten darum, die potenziellen Gefahren der Deepfake-Technologie aufzuzeigen. Gleichzeitig werden aber auch die künstlerischen Möglichkeiten ausgelotet.
  5. Forschung und Entwicklung
    Forscher setzen Deepfakes in der Psychologie und für die Weitererkennung von Gesichtserkennungstechnologie ein. Indem sie verschiedene Gesichtsausdrücke, Bewegungen und Szenarien erzeugen, können sie menschliches Verhalten, emotionale Reaktionen und die Wirksamkeit von Gesichtserkennungssystemen unter verschiedenen Bedingungen untersuchen.

Entwicklung von Deepfake-Technologie

Die Deepfake-Technologie ist das Ergebnis von Fortschritten auf dem Gebiet des Machine Learning und der künstlichen Intelligenz, insbesondere im Bereich der tiefen neuronalen Netze (Deep Neural Networks, DNN). Diese Techniken wurden ursprünglich entwickelt, um die Bilderkennung und die Sprachverarbeitung zu verbessern. Später verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Generierung realistischer synthetischer Medieninhalte. Das Ergebnis sind äußerst überzeugende Video- und Audioinhalte, die in der Lage sind, echte Menschen zu imitieren.

Zum ersten Mal wurde die Deepfake-Technologie im Jahr 2017 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als ein Entwickler unter dem Pseudonym “DeepFakes” damit begann, realistisch aussehende gefälschte Videos von Prominenten auf Reddit zu veröffentlichen. Dies löste nicht nur ein breites Medienecho aus, sondern führte auch zur Entwicklung einer benutzerfreundlichen Software zur Erstellung von Deepfakes. Tools wie FakeApp und später weiterentwickelte Anwendungen ermöglichten es auch Nutzern ohne umfassende technische Kenntnisse, Deepfakes zu erstellen. Dadurch wurde die Einstiegshürde deutlich gesenkt.

Welche Risiken gehen von Deepfakes aus?

Eine der größten Gefahren von Deepfakes ist der stetige Vertrauensverlust. Je weiter die Technologie voranschreitet, desto schwieriger wird es, echte von gefälschten Inhalten zu unterscheiden.

Falschinformationen

Deepfakes sorgen für eine allgemeine Skepsis und machen es uns schwer, dem zu glauben, was wir online sehen und hören. Diese wachsende Skepsis hat erhebliche Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir Informationen konsumieren und mit Medien umgehen. Da Deepfakes immer raffinierter werden, wird es immer schwieriger, zwischen echten und manipulierten Inhalten zu unterscheiden. Das gilt nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen, die digitale Medien für Kommunikation und Marketing nutzen. Die Folgen können gravierend sein. Menschen verbreiten unwissentlich Falschinformationen oder reagieren darauf, stiften Chaos und beschädigen ihren eigenen Ruf und den anderer.

Darüber hinaus kann die Verbreitung von Deepfakes das Vertrauen der Öffentlichkeit in seriöse Nachrichtenquellen untergraben. Wenn Menschen befürchten, Opfer gefälschter Inhalte zu werden, könnten sie auch echten, sachlich korrekten Informationen misstrauen, was zu einer umfassenderen Krise der Glaubwürdigkeit von Informationen führen kann.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist es wichtig, dass Technologieentwickler, politische Entscheidungsträger und Medienorganisationen gemeinsam an Lösungen arbeiten, mit denen gefälschte Inhalte erkannt und kenntlich gemacht werden können. Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit können ebenfalls dazu beitragen, das Bewusstsein für die Existenz und die Gefahren von Deepfakes zu erhöhen und die Menschen dazu zu bringen, die von ihnen konsumierten Inhalte kritisch zu hinterfragen.

Verletzung der Privatsphäre

Im heutigen digitalen Zeitalter hat die Entwicklung von Deepfake-Technologien eine neue Dimension der Verletzung der Privatsphäre geschaffen, die besondere ethische und rechtliche Herausforderungen mit sich bringt. Deepfakes, d. h. synthetische Medieninhalte, bei denen das Bild einer Person durch das Bild einer anderen Person ersetzt wird, werden immer raffinierter und können von immer mehr Nutzern erstellt werden. Dies wirft ernste Bedenken in Bezug auf das Recht des Einzelnen auf Privatsphäre auf.

Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Tages auf und stellen fest, dass im Internet ein Video kursiert, in dem Sie Dinge sagen oder tun, die Sie tatsächlich nie gesagt oder getan haben. Dieses Szenario ist keine reine Fiktion mehr, sondern für viele Menschen bereits schmerzliche Realität geworden. Opfer von Deepfakes erleben oft eine tiefe Verletzung ihrer Privatsphäre. Die psychischen Folgen können schwerwiegend sein und zu Verzweiflung und Ohnmachtsgefühlen führen.

Politische Störung

In der Politik, wo Vertrauen und Glaubwürdigkeit von größter Bedeutung sind, haben sich Deepfakes als wirksames Mittel erwiesen, um erhebliche Unruhe zu stiften. Diese hyperrealistischen Manipulationen audiovisueller Inhalte können falsche Wahrnehmungen hervorrufen, Kontroversen schüren und sogar Wahlprozesse destabilisieren. Die Auswirkungen sind tiefgreifend und betreffen nicht nur einzelne Politiker, sondern ganze Politiklandschaften.

Deepfakes können die Reputation von Politikern schwer beschädigen, wenn sie in Situationen gezeigt werden oder Dinge sagen, die nicht ihrem Charakter entsprechen oder schlichtweg falsch sind. Diese Zerstörung des Vertrauens kann zu einem Verlust des öffentlichen Vertrauens nicht nur in die betroffenen Personen, sondern in das politische System insgesamt führen. Wenn die Wähler dem, was sie sehen und hören, nicht mehr trauen können, bröckelt das Grundvertrauen, das für demokratisches Regieren notwendig ist.

Finanzbetrug

Die Deepfake-Technologie kann für Finanzbetrug missbraucht werden. Dank KI-Stimmenklonen sind Phishing-Angriffe per Telefon glaubwürdiger als je zuvor. Mit Deepfake-Technologie können Betrüger die Stimmen von Verwandten oder renommierten Persönlichkeiten imitieren und Menschen dazu bringen, sensible Informationen preiszugeben oder Geld zu überweisen. Diese Betrügereien können für die Opfer sowohl finanziell als auch emotional sehr belastend sein.

Deepfakes in der Werbung sind für das persönliche Wohl weniger bedrohlich, können aber dennoch finanziellen Schaden anrichten. Betrüger imitieren mit manipulierter Werbung bekannte Persönlichkeiten und verdienen Geld auf Kosten ahnungsloser Verbraucher und der imitierten Personen.

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Wie können Sie sich vor Deepfakes schützen?

Deepfake-KI-Bedrohungen kommen häufig vor, lassen sich aber durchaus verhindern. Der Schutz vor den Risiken, die von KI-generierten Videoinhalten ausgehen, ist in der heutigen digitalen Landschaft von größter Bedeutung. Mit diesen sechs Strategien können Sie sich schützen:

  1. Informieren Sie sich. Informieren Sie sich über die neuen Möglichkeiten der KI-Technologie, insbesondere bei der Erstellung von Videos. Wenn Sie verstehen, wie Deepfakes und andere KI-generierte Inhalte erstellt werden, können Sie diese leichter erkennen und mögliche negative Folgen minimieren.
  2. Überprüfen Sie die Quellen. Prüfen Sie immer die Quelle von Videoinhalten. Wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt oder zu gut klingt, um wahr zu sein, sollten Sie zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, bevor Sie der Information Glauben schenken oder sie weitergeben.
  3. Verwenden Sie vertrauenswürdige Plattformen. Schauen Sie sich Videoinhalte möglichst nur auf seriösen Seiten und Plattformen an, die auf Authentizität und Glaubwürdigkeit Wert legen. Seien Sie vorsichtig bei Videos, die über soziale Medien oder weniger bekannte Websites verbreitet werden.
  4. Schützen Sie Ihre persönliche Informationen. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie persönliche Informationen weitergeben oder über sensible Themen in Videoanrufen oder auf Messaging-Plattformen sprechen. Überprüfen Sie die Identität von Personen, bevor Sie sensible Informationen preisgeben.
  5. Halten Sie sich über neue Technologien auf dem Laufenden. Nicht nur der KI-Betrug nimmt zu – es gibt auch immer mehr Technologien, die vor dieser Bedrohung schützen.
  6. Halten Sie sich über Gesetze und Vorschriften auf dem Laufenden. Bisher wurden noch keine konkreten Gesetze zur Verwendung von Deepfakes erlassen. Einige Länder (z. B. China) verlangen jedoch die ausdrückliche Zustimmung von Personen, bevor ihre Gesichter in Deepfakes verwendet werden dürfen. Weltweit gibt es ähnliche Bestrebungen, Richtlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von KI und Deepfake-Technologien aufzustellen.

Beispiele für Deepfake

Täuschend echte Deepfakes tauchen immer häufiger auf. Deshalb haben wir eine Seite eingerichtet, auf der Benutzer Deepfakes, die sie gefunden haben, mit anderen teilen können, um uns im Kampf gegen Deepfake-Betrug zu unterstützen.

Sehen wir uns einige reale Beispiele von Deepfakes an, die die Auswirkungen von Deepfake-Betrug in den Bereichen Politik, Unterhaltung und Finanzen veranschaulichen.

Im Jahr 2020 ging ein Deepfake-Video der damaligen Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, viral. Das Video war so verändert worden, dass es aussah, als würde Pelosi lallen. Dies löste Besorgnis über den möglichen Missbrauch dieser Technologie zur politischen Manipulation aus. Dieser Vorfall hat gezeigt, wie wichtig es ist, bei Videos, die zu gut sind, um wahr zu sein, skeptisch zu sein und bei der Bewertung der Authentizität von Online-Inhalten auf die Qualität des Videos und die Quelle zu achten.

Deepfakes wurden auch zur Verbreitung von Falschinformationen verwendet. Im Januar 2024, kurz vor der ersten Präsidentschaftsvorwahl in New Hampshire, erhielten Tausende von Wählern in diesem Bundesstaat einen Deepfake-Robocall von Präsident Biden, in dem sie aufgefordert wurden, zu Hause zu bleiben und ihre Stimme für die Wahl im November “aufzuheben”. Wenn solche Aktivitäten nicht gestoppt werden, haben sie das Potenzial, das Wahlergebnis zu beeinflussen.

Deepfake-Betrug betrifft auch die Unterhaltungsindustrie. Dabei werden mithilfe von KI Prominente geklont, um Produkte zu verkaufen. Anfang 2024 tauchte ein Video mit einer nachgeahmten Taylor Swift auf, in dem sie ihren Fans kostenloses Kochgeschirr versprach. Nachdem die Fans ihre Daten eingegeben hatten, erhielten sie jedoch nicht das versprochene Kochgeschirr, sondern wurden Opfer von Identitätsdiebstahl. Bei ähnlichen Betrugsfällen wurden Prominente wie Kelly Clarkson, Tom Hanks und Hugh Jackman missbraucht.

Deepfakes wurden auch schon eingesetzt, um realistische visuelle Effekte zu erzeugen und sogar verstorbene Schauspieler wieder zum Leben zu erwecken. In dem 2016 erschienenen Film “Rogue One: A Star Wars Story” wurde zum Beispiel ein Deepfake des verstorbenen Schauspielers Peter Cushing für die Rolle des Großmoffs Tarkin verwendet. Diese Verwendung von Deepfakes lässt die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmen und wirft Fragen zu den ethischen Konsequenzen der Technologie auf.

Wie können Sie einen Deepfake erkennen?

Das Erkennen von Deepfakes erfordert ein geschultes Auge und einen Blick für Details. Folgende Punkte können Ihnen helfen, echte von gefälschten Inhalten zu unterscheiden:

  • Sehen Sie sich die Gesichtszüge genau an. Bei Deepfakes weisen die Augen von Personen oft Unstimmigkeiten auf. Achten Sie auf unnatürliches Blinzeln, ungleiche Augenbewegungen oder Abweichungen in der Synchronisation zwischen den Augen und dem restlichen Gesicht. Achten Sie außerdem auf den Farbton und die Struktur der Haut. Deepfakes können abrupte Übergänge oder unnatürliche Glättungen der Haut enthalten.
  • Schauen Sie sich den Hintergrund an. Bei Deepfakes ist es teilweise schwierig, das Motiv nahtlos in den Hintergrund einzufügen. Achten Sie auf Unregelmäßigkeiten in Beleuchtung, Schatten und Perspektive. Achten Sie darauf, ob das Motiv zu schweben oder sich vom Hintergrund zu lösen scheint, oder ob sich der Hintergrund bei Kamerabewegungen abrupt verändert.
  • Achten Sie auf Unstimmigkeiten im Ton. Bei Deepfake-Videos stimmt der Ton in einigen Fällen nicht ganz mit den Lippenbewegungen des Sprechers überein. Achten Sie auf unnatürliche Pausen, Tonhöhenänderungen oder Verzerrungen im Ton. Mitunter klingt die Stimme auch roboterhaft und emotionslos, oder es fehlt die gewohnte Sprachmelodie.
  • Achten Sie auf die Gesamtqualität. Deepfakes haben oft eine schlechtere Videoqualität als echte Videos. Achten Sie auf Verpixelung, Unschärfe oder unnatürliche Bewegungen. Deepfakes können durch die KI-generierten Inhalte auch “künstlich” aussehen.
  • Verwenden Sie KI-Tools, um Deepfakes zu erkennen. Es gibt mehrere Online-Tools und Software-Anwendungen, die speziell für die Erkennung von Deepfake-Varianten entwickelt wurden. Diese Tools verwenden moderne Algorithmen, um Videos zu analysieren und mögliche Manipulationen zu erkennen. Auch wenn keine Erkennungstechnologie absolute Sicherheit bietet, können diese Tools einen zusätzlichen Schutz vor Deepfake-Täuschungen bieten.

Wenn Sie wachsam bleiben und diese Methoden anwenden, können Sie Deepfakes zuverlässiger erkennen und sich vor Falschinformationen schützen.

Denken Sie immer daran: Wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, lohnt es sich, einen genaueren Blick darauf zu werfen und die Echtheit zu überprüfen.

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Methoden zur Erkennung von Deepfakes

Deepfakes werden immer raffinierter und sind mit bloßem Auge immer schwerer zu erkennen. Daher wurden verschiedene Methoden entwickelt, um Deepfakes dennoch zu erkennen, z. B. die Analyse von Unstimmigkeiten in der audiovisuellen Synchronisation, KI-basierte Erkennungsalgorithmen und die Untersuchung digitaler Artefakte. Diese Techniken sind entscheidend, um manipulierte Inhalte zu erkennen und das Vertrauen in digitale Medien zu schützen.

Grundlagen der Deepfake-Sicherheit

Da Deepfakes immer raffinierter werden und sich immer weiter verbreiten, ist es wichtig, dass Sie sich vor ihnen schützen, um nicht auf sie hereinzufallen. Diese praktischen Tipps können Ihnen helfen, wachsam zu bleiben:

  • Bleiben Sie skeptisch. Seien Sie misstrauisch bei Videos, die ungewöhnlich perfekt aussehen oder zu gut sind, um wahr zu sein. Bei Deepfakes fehlen oft die kleinen Schönheitsfehler, die bei echtem Videomaterial zu finden sind.
  • Überprüfen Sie die Qualität des Videos. Achten Sie auf die Qualität des Videos. Deepfakes fallen durch unnatürliche Bewegungen, Unregelmäßigkeiten in der Beleuchtung oder im Schattenwurf oder durch fehlende Details im Hintergrund auf.
  • Überprüfen Sie die Quelle. Überprüfen Sie stets die Quelle des Videos. Stammt es von einer seriösen Nachrichtenagentur, einer vertrauenswürdigen Website oder einem bekannten Social-Media-Konto? Wenn Ihnen die Quelle nicht bekannt ist oder fragwürdig erscheint, sollten Sie den Inhalt mit Vorsicht genießen.
  • Beachten Sie den Kontext. KI-generierte Fälschungen erscheinen in den meisten Fällen in Verbindung mit einer Nachricht oder einem größeren Artikel. Überprüfen Sie den Text auf Tippfehler, schlechte Grammatik und einen allgemein schlechten Schreibstil. Achten Sie darauf, ob der Text Sinn ergibt und ob er identifizierende Informationen enthält (z. B. Datum, Uhrzeit und Ort der Veröffentlichung, Name des Autors), die in seriösen Nachrichtenbeiträgen immer enthalten sind.
  • Überprüfen Sie die Aussage. Ist das Bild zu verrückt oder zu gut, um wahr zu sein? Heutzutage heißt es nicht mehr: „Glauben Sie nicht alles, was Sie im Internet lesen“, sondern: „Glauben Sie nicht alles, was Sie im Internet sehen“. Suchen Sie in anderen Quellen nach Schlagzeilen, die die Nachricht bestätigen. Wenn es sich wirklich um einen besonderen Vorfall handelt, werden auch andere bekannte und seriöse Websites darüber berichten – und die Fakten ihrerseits überprüft haben.
  • Suchen Sie nach Entstellungen. Die meisten KI-Technologien stellen Finger und Hände immer noch schlecht dar. Die Augen sehen oft seelenlos oder tot aus oder passen nicht zusammen. Mitunter ist auch der Schattenwurf unnatürlich und die Hautfarbe ungleichmäßig. Bei Deepfake-Videos kann es vorkommen, dass Stimme und Gesichtsausdruck nicht genau übereinstimmen, sodass die Person roboterhaft und steif wirkt.
  • Verwenden Sie KI-Tools, um Deepfakes zu erkennen. Es gibt verschiedene Software-Tools, die bei der Erkennung von Deepfakes helfen. Diese Tools verwenden moderne Algorithmen, um Videos zu analysieren und mögliche Manipulationen zu erkennen.
  • Informieren Sie sich. Informieren Sie sich über die Deepfake-Technologie und ihre Möglichkeiten. Zu wissen, wie Deepfakes erstellt werden und mit welchen Techniken sie erkannt werden können, hilft Ihnen, die Glaubwürdigkeit von Online-Inhalten zu beurteilen.

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